Start / News / 10 Fakten zum Nissan Pixo

10 Fakten zum Nissan Pixo

Nissan Pixo 2027

Drei Autos, eine technische Basis und trotzdem drei unterschiedliche Logos auf der Haube. Nach Renault Twingo E-Tech Electric und Dacia Spring ist mit dem neuen Nissan Pixo das elektrische Kleinwagen-Dreigestirn komplett.

Und deshalb schauen wir uns jetzt zehn Fakten zum Nissan Pixo an. Wir klären, wie viel Renault wirklich im Nissan steckt, warum 50 kW Ladeleistung gar nicht so schlimm sein müssen und weshalb die wichtigste technische Zahl dieses Autos bislang noch geheim ist.

Fakt 1: Der Nissan Pixo ist eigentlich ein Drilling

Fangen wir direkt mit dem Elefanten im sehr kleinen Raum an: Der Nissan Pixo steht technisch nicht alleine da. Er nutzt gemeinsam mit dem Renault Twingo E-Tech Electric und dem neuen Dacia Spring die RGEV-Small-Architektur des Renault-Konzerns. Gebaut werden die drei ebenfalls am gleichen Standort im slowenischen Novo Mesto.

Man könnte also sagen: Renault, Dacia und Nissan haben gemeinsam einen Kuchen gebacken und streiten sich jetzt nur noch darum, wer welche Glasur oben drauf bekommt. Denn Plattform, Batterie und wesentliche Teile des Antriebs sind eng miteinander verwandt. Entscheidend wird deshalb sein, was Nissan bei Design, Ausstattung, Software und natürlich beim Preis daraus macht.

Fakt 2: Er ist wirklich klein

Der Nissan Pixo ist 3,796 Meter lang, 1,790 Meter breit und 1,512 Meter hoch. Damit reden wir hier noch über einen echten Kleinwagen und nicht über ein sogenanntes „kompaktes Stadtauto“, das am Ende 4,60 Meter lang ist und in der Innenstadt zwei Parkplätze braucht.

Der Radstand beträgt 2,492 Meter und besonders schön ist der Wendekreis: gerade einmal 9,9 Meter. Damit sollte der Pixo auch in Parkhäusern klarkommen, deren Architekt offenbar ursprünglich Escape Rooms entwerfen wollte.

Fakt 3: 82 PS müssen reichen

Angetrieben wird der Nissan Pixo von einem Elektromotor mit 60 kW Leistung. Das entspricht rund 82 PS.

Damit wird der Pixo beim Ampelstart vermutlich nicht versehentlich die Erdrotation verändern. Das muss er aber auch gar nicht. Sein Arbeitsplatz heißt Stadt, Umland, Pendelstrecke, Supermarkt und Schule. Und genau dort stellt sich ohnehin die Frage, warum man für zwei Einkaufstüten unbedingt 500 PS und zweieinhalb Tonnen Leergewicht benötigt. Die gleichen 60 kW finden wir übrigens auch bei seinen Plattformgeschwistern Twingo und Spring. Überraschung: Die Familienähnlichkeit bleibt erhalten.

Fakt 4: Die Batterie ist angenehm klein

Im Unterboden steckt eine Batterie mit 27,5 kWh Kapazität. Und Nissan setzt dabei auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen, kurz LFP. Diese Zellchemie kommt ohne Nickel und Kobalt in der Kathode aus und gilt als robust sowie vergleichsweise kostengünstig.

Natürlich könnte man jetzt auch 80 kWh Batterie in einen 3,80 Meter langen Stadtwagen packen. Man könnte aber auch einen 90-Liter-Rucksack mit ins Büro nehmen, falls man spontan beschließt, nach Feierabend noch den Mount Everest zu besteigen. Nissan betreibt hier schlicht Rightsizing: So viel Batterie wie nötig, aber nicht möglichst viel Batterie um jeden Preis.

10 Fakten über den Nissan Pixo als Video

Fakt 5: Bis zu 259 Kilometer Reichweite

Mit dieser 27,5-kWh-Batterie soll der Nissan Pixo bis zu 259 Kilometer nach WLTP schaffen. Auch hier lohnt sich der Blick auf die Geschwister. Der Renault Twingo kommt auf bis zu 263 Kilometer, der Pixo auf 259 und der Dacia Spring auf bis zu 250 Kilometer.

Das sind keine Unterschiede, wegen denen man vor dem Kauf ein Excel-Sheet mit 14 Tabellenblättern aufmachen müsste. Und natürlich fährt damit niemand entspannt von Hamburg nach München durch. Für einen Stadtwagen können rund 260 Kilometer Reichweite allerdings mehrere Tage Alltag bedeuten.

Fakt 6: 50 kW können durchaus reichen

Beim Schnellladen schafft der Nissan Pixo maximal 50 kW. Ja, richtig gehört: fünfzig. Während große Elektroautos inzwischen mit 300 oder sogar mehr als 400 kW Ladeleistung um sich werfen, kommt der kleine Nissan mit einem Wert um die Ecke, der auf dem Papier zunächst nach Elektromobilität aus der Steinzeit klingt.

Aber entscheidend ist eben nicht nur die Spitzenleistung. Von 15 auf 80 Prozent soll der Pixo ungefähr 28 Minuten benötigen. Schließlich müssen hier auch keine 100 kWh in ein riesiges SUV gepumpt werden, sondern nur ein entsprechend kleiner Teil eines 27,5-kWh-Akkus. Kleine Batterie, kleine Ladeleistung, trotzdem überschaubare Ladezeit. Physik kann manchmal erstaunlich unaufgeregt sein.

Fakt 7: Beim AC-Laden wird es interessanter

Fast spannender als die 50 kW Gleichstrom sind beim Pixo die 11 kW Wechselstrom. Denn einen 11-kW-Onboard-Lader gibt es serienmäßig und damit kann der Nissan an einer entsprechenden Wallbox oder öffentlichen AC-Ladesäule dreiphasig laden.

Beim verwandten Renault Twingo gehört diese Kombination nicht grundsätzlich zur Basisausstattung. Dort startet man zunächst mit 6,6 kW AC, während 11 kW AC und 50 kW DC Teil eines zusätzlichen Ladepakets sind. Wenn Nissan beim Preis nicht völlig die Bodenhaftung verliert, könnte genau das später ein echtes Argument für den Pixo werden.

Fakt 8: Der kleine Nissan denkt sogar bidirektional

Der Nissan Pixo soll bidirektionales AC-Laden unterstützen. Das bedeutet vereinfacht gesagt: Strom kann nicht nur in die Batterie hinein, sondern grundsätzlich auch wieder heraus.

Welche Funktionen Nissan in Europa tatsächlich anbieten wird, ist allerdings noch nicht vollständig geklärt.

Beim technisch verwandten Twingo sind über den optionalen 11-kW-Lader bereits V2L und V2G vorgesehen. Externe Verbraucher können dort mit bis zu 3,7 kW versorgt werden. Früher war man bei Kleinwagen glücklich, wenn die Heckscheibenheizung serienmäßig war. Heute diskutieren wir darüber, ob der kleine Stromer möglicherweise irgendwann beim Energiemanagement des Hauses mithilft.

Fakt 9: 356 Liter Kofferraum sind ziemlich ordentlich

Und jetzt kommt eine Zahl, die man einem 3,80 Meter langen Auto vielleicht nicht sofort zutraut.

Nissan nennt 356 Liter Kofferraumvolumen nach VDA-Norm. Werden die Rücksitze umgelegt, sollen sogar bis zu 1.221 Liter möglich sein. Das ist für diese Fahrzeugklasse ziemlich ordentlich.

Natürlich wird daraus trotzdem kein Umzugswagen. Wer einen Kleiderschrank kauft, sollte weiterhin über Lieferung nachdenken. Für Einkauf, Getränkekisten oder Kinderwagen zeigt der Pixo aber ziemlich gut, welche Vorteile eine kompakte Elektroplattform beim Packaging haben kann.

Fakt 10: Die wichtigste Zahl kennen wir noch gar nicht

Und damit kommen wir zum vielleicht wichtigsten Fakt über den Nissan Pixo. Wir kennen 60 kW Leistung. Wir kennen 27,5 kWh Batteriekapazität. Wir kennen 259 Kilometer WLTP-Reichweite. Wir kennen 50 kW DC und 11 kW AC. Aber die wahrscheinlich wichtigste Zahl kennen wir noch nicht: den Preis.

Nissan will die Preise und die marktspezifischen Ausstattungen im Dezember 2026 bekannt geben. Die ersten Fahrzeuge sollen Anfang 2027 ausgeliefert werden. Und genau hier wird es spannend. Der neue Dacia Spring soll unterhalb von 20.000 Euro bleiben und auch Renault hatte den Twingo mit einem Einstiegspreis unter 20.000 Euro als Entwicklungsziel positioniert. Der Nissan muss also erklären können, warum man möglicherweise mehr bezahlen sollte. Serienmäßige 11 kW AC, 50 kW DC, mehr Technik und Konnektivität könnten dabei die Argumente liefern. Denn am Ende entscheidet beim Pixo vermutlich nicht die Zahl hinter „kW“, „kWh“ oder „km“. Es entscheidet die Zahl hinter dem Euro-Zeichen.

Markiert: