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BMW M2 wird schärfer: M Performance Track Kit

BMW M2 wird schärfer: M Performance Track Kit

BMW M meint es ernst mit der Kundschaft, die am Wochenende nicht nur über Landstraßen räubert, sondern gezielt Richtung Boxengasse fährt. Für den BMW M2 steht ab Juli 2026 ein neues M Performance Track Kit bereit, das die Grenzen zwischen Straßensportler und Tracktool deutlich verschiebt. Parallel bekommt der noch schärfere BMW M2 CS eine neue M Performance Abgasanlage spendiert, die Klang, Optik und Gewicht in Richtung Motorsport trimmt. Rennsporttechnik mit Straßenzulassung? Traumhaftes Tuning? Schauen wir es an…

Mehr Abtrieb, mehr Einstellmöglichkeiten, mehr Fokus

Trackdays boomen. Abgesperrte Rennstrecken statt Tempolimit, kontrollierter Grenzbereich statt öffentlicher Straße. Genau hier setzt das M Performance Track Kit an. Es richtet sich an ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer, die das Potenzial ihres M2 gezielt ausreizen wollen, ohne auf eine Straßenzulassung verzichten zu müssen.

Kernstück ist ein händisch einstellbarer Frontsplitter, der im Rennstreckenbetrieb ausgezogen werden kann und eine funktionale Einheit mit dem Frontdiffusor bildet. Ergänzt wird das Paket durch Radhausdiffusoren sowie eine zusätzliche Hutze unter dem vorgelagerten Motorölkühler. Ziel ist klar definiert: signifikant mehr Anpressdruck an der Vorderachse. Aeroflicks erhöhen den Abtrieb zusätzlich und stabilisieren den M2 bei hohen Geschwindigkeiten.

Jetzt wo wir diese Zeilen hier tippen, fällt uns auf, dass wir oftmals mit Fachbegriffen um uns werfen, die eventuell doch noch mal mehr beleuchtet werden müssen.

Was bedeutet Abtrieb?

Abtrieb ist eine aerodynamische Kraft, die ein Fahrzeug bei höherem Tempo nach unten auf die Fahrbahn drückt. Physikalisch wirkt sie entgegengesetzt zum Auftrieb, den man etwa von Flugzeugen kennt. Während ein Flügel beim Flugzeug Auftrieb erzeugt, um es in die Luft zu bringen, sind die Bauteile an einem Sportwagen genau andersherum ausgelegt: Sie pressen das Auto auf die Straße.

Wie entsteht Abtrieb?

Abtrieb entsteht durch gezielte Luftführung. Bauteile wie Frontsplitter, Diffusoren oder Heckflügel verändern die Strömung über und unter dem Fahrzeug. Vereinfacht gesagt wird die Luft so beschleunigt oder umgelenkt, dass unter dem Auto ein Unterdruck entsteht oder über dem Auto ein höherer Druck anliegt. Das Ergebnis ist eine zusätzliche Kraft nach unten.

Je schneller das Fahrzeug fährt, desto stärker wirkt dieser Effekt. Abtrieb ist also geschwindigkeitsabhängig. Bei Tempo 50 spielt er kaum eine Rolle, bei Tempo 200 oder mehr wird er zum entscheidenden Faktor für Stabilität und Grip.

Warum ist Abtrieb wichtig?

Mehr Abtrieb bedeutet mehr Anpresskraft auf die Reifen. Und mehr Anpresskraft erhöht die mögliche Seitenführungskraft in Kurven sowie die Traktion beim Beschleunigen und Bremsen. Ein Fahrzeug mit viel Abtrieb kann schneller durch Kurven fahren, ohne die Haftungsgrenze zu überschreiten.

Gerade im Motorsport ist das entscheidend. Rennfahrzeuge wie der BMW M4 GT3 oder ein Formel-1-Bolide erzeugen bei hohen Geschwindigkeiten mehrere hundert Kilogramm zusätzlichen Abtrieb. Theoretisch könnten extreme Rennfahrzeuge bei ausreichend Tempo sogar an der Decke fahren, weil die Anpresskraft größer ist als ihr Eigengewicht.

Gibt es Nachteile?

Ja. Abtrieb entsteht nicht ohne Widerstand. Die gleichen Bauteile, die das Auto nach unten drücken, erhöhen in der Regel auch den Luftwiderstand. Das kostet Höchstgeschwindigkeit und Effizienz. Im Alltag ist deshalb ein Kompromiss gefragt. Zu viel Abtrieb verschlechtert Verbrauch und Geräuschkomfort.
Deshalb arbeiten Hersteller bei sportlichen Straßenfahrzeugen oft mit verstellbaren Elementen oder moderaten Setups. Auf der Rennstrecke wird maximaler Grip priorisiert, auf der Autobahn eher Effizienz und Stabilität.

Unterm Strich ist Abtrieb also nichts Mystisches, sondern gezielt erzeugte Aerodynamik. Er macht aus Motorleistung erst echte Performance, weil er die Kraft kontrollierbar auf die Straße bringt und am Heck arbeitet ein manuell verstellbarer Schwanenhals-Flügel, konstruktiv angelehnt an die Kundensportmodelle BMW M4 GT4 und BMW M4 GT3.

Besonders spannend ist der sogenannte Race Mode. Hier wird der Heckflügel um 50 Millimeter nach hinten verschoben, was die aerodynamische Wirksamkeit deutlich erhöht. Für den Alltag gibt es den Street Mode, bei dem die Position der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung entspricht und die Fahrzeugabmessungen innerhalb der Vorgaben bleiben. Zusätzlich lässt sich der Anstellwinkel in zwei Positionen variieren, um je nach Streckenlayout mehr oder weniger Downforce an der Hinterachse zu generieren. Eine integrierte Bremsleuchte im Heckflügel setzt dabei ein sichtbares Statement.

BMW M2 M Performance Track Kit Fotos

Fahrwerk mit Motorsport-Genen und Straßenzulassung

Aerodynamik allein macht noch keinen schnellen M2. Deshalb umfasst das Track Kit auch ein Gewindefahrwerk mit vierfach einstellbarer Zug- und Druckstufe, verstellbaren Stützlagern sowie einem speziellen Motorsport-Dämpfersystem. Bemerkenswert ist dabei die Straßenzulassung dieser Komponenten. Die Tieferlegung beträgt bis zu 20 Millimeter an Vorder- und Hinterachse, die Höheneinstellung erfolgt stufenlos.

Entwickelt wurden alle Bauteile in enger Zusammenarbeit mit den Experten von BMW M. Die Aeroabstimmung entstand im hauseigenen Windkanal, die Gesamtfahrwerksabstimmung verantwortete unter anderem Jörg Weidinger als Versuchsingenieur für Fahrwerkentwicklung. Das Zusammenspiel der Komponenten ist auch in Verbindung mit optionaler Ultra-Track-Bereifung ausgelegt, was deutlich macht, dass hier kein Show-Kit, sondern ein funktionales Performance-Paket entstanden ist.

Haltet euch fest, setzt euch hin, haltet euch besser die Augen und Ohren zu: Der Preis für das M Performance Track Kit liegt bei 23.500 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und Einbau. Verfügbar ist es ab Juli 2026.

Mehr Emotion für den BMW M2 CS

Während das Track Kit den regulären M2 in Richtung Rennstrecke drückt, bekommt der M2 CS eine eigene Bühne. Das exklusive Sondermodell der BMW M GmbH leistet 390 kW oder 530 PS aus dem Reihensechszylinder mit M TwinPower Turbo Technologie. Der kombinierte WLTP-Verbrauch liegt bei 10,0 Litern je 100 Kilometer, die CO2-Emissionen bei 226 Gramm pro Kilometer, CO2-Klasse G.

Für dieses Modell bietet BMW nun eine M Performance Abgasanlage an, die sowohl akustisch als auch optisch nachlegt. Die optimierte Abgasführung intensiviert den charaktervollen Klang des Reihensechszylinders. Per Setup lassen sich unterschiedliche Modi anwählen, die die Soundcharakteristik beeinflussen. Das Ergebnis ist ein noch emotionaleres, deutlich motorsportlicheres Klangbild.

Optisch setzt die Anlage mit optionalen Endrohrblenden aus Carbon und Titan Akzente, Materialien, die im Rennsport seit Jahrzehnten etabliert sind. Gleichzeitig spart die Abgasanlage rund acht Kilogramm gegenüber dem Serienbauteil ein. Der Preis startet bei 8.343,50 Euro zuzüglich Einbau.

Klare Ansage an die Trackday-Szene

Mit dem M Performance Track Kit und der neuen Abgasanlage zeigt BMW M, wohin die Reise geht. Es geht nicht um reine Leistungsdaten auf dem Papier, sondern um gezielt einstellbare Aerodynamik, präzise Fahrwerksarbeit und ein Setup, das sich an der Rennstrecke orientiert und dennoch im Rahmen der Straßenzulassung bleibt.

Für ambitionierte M2-Fahrer ist das ein deutliches Signal. Wer es ernst meint mit Trackdays, bekommt ab Werk ein Werkzeug, das näher am Kundensport ist als je zuvor, allerdings auch inklusive einem Preisschild, das ebenfalls klar macht, dass Performance ihren Preis hat.

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