Mit der siebten Generation des BMW 7er zeigt BMW sehr deutlich, wo die Reise in der Oberklasse hingeht. Die Limousine ist nicht einfach nur ein Update, sondern eine der umfassendsten Überarbeitungen in der Geschichte der Baureihe. Gleichzeitig dient sie als Technologieträger für die sogenannte „Neue Klasse“ und bringt deren Elemente erstmals in ein bestehendes Modell.
Text: Wolfgang Schäffer / Jens Stratmann
Neuer BMW 7er Vorstellung
Im Video zeigt euch Wolfgang zusätzlich zu diesem Artikel seine subjektiven High- und Lowlights, den Innenraum vorne und hinten sowie den Kofferraum. Der neue 7er BMW zeigt sich außen, innen und auch unterm Blech ganz im Stil der Neuen Klasse. Das Angebot umfasst Elektroantriebe, Plug-in-Hybride, Benziner und Diesel.
BMW 7er Design
BMW spricht bei der Neugestaltung der Luxuslimousine von der umfangreichsten Modellüberarbeitung in der Geschichte des Unternehmens. Schon beim ersten Blick ins Gesicht des 5,39 Meter langen Spitzenmodells des bayrischen Herstellers sind die Einflüsse der Neuen Klasse zu erkennen. So fallen die markentypischen Nieren deutlich kleiner aus als bisher. Das passt gut zu den extrem schmal gezeichneten horizontal angeordneten Tagfahrlichtern. Die sind auf Wunsch als sehr edel wirkende Kristallleuchten zu haben. Die weit unten liegenden LED-Scheinwerfer sind mit Lufteinlässen kombiniert. Radar und Sensoren haben die Entwickler unsichtbar im Kühlergrill versteckt. Die Fläche davor ist beheizt, damit die Assistenzsysteme auch bei Schneefall mit Infos versorgt werden können. Die Flanken der Limousine sind sehr clean gezeichnet. Die neuen Türgriffe und die veränderten Außenspiegel fallen erst beim zweiten Hinschauen auf. Die Rädergrößen hat BMW von 19 auf mindestens 20 und erstmals maximal 22 Zoll angehoben.
Im Innenraum macht sich die Neue Klasse so richtig breit. Der Armaturenträger ähnelt in großen Teilen dem im i3 und iX3. Das heißt, auch im 7er hält die Infoleiste Panoramic iDrive unten in der Frontscheibe ebenso Einzug wie der aus den Modellen bekannte 17,3 Zoll große Zentraldisplay. Neu ist dagegen das serienmäßig verbaute Beifahrer-Display. Hier können Mitreisende Filme streamen oder bei Bedarf sogar über Videocalls mit der Außenwelt kommunizieren. Kopfhörer lassen sich über Bluetooth verbinden. Blicken Frau oder Mann am Steuer länger als 1,5 Sekunden auf den Passenger Screen, bleibt dort aus Sicherheitsgründen das Bild stehen. Im Vergleich zum bisherigen 7er wurde die Instrumententafel um 40 Millimeter abgesenkt, um den Blick auf das Head-up-Display zu erleichtern. Ein Panorama-Glasdach ist im 7er generell verbaut.
Was macht den neuen BMW 7er technisch so besonders
Der neue BMW 7er tritt in seiner aktuellen Generation als technologische Speerspitze der Marke an und verbindet dabei klassische Oberklassewerte mit einer bemerkenswerten Bandbreite an Antrieben. Die Limousine misst in der Langversion 5.395 Millimeter in der Länge, 1.950 Millimeter in der Breite und 1.550 Millimeter in der Höhe, der Radstand liegt bei großzügigen 3.215 Millimetern. Die Spurweiten betragen 1.662 Millimeter vorn und 1.683 Millimeter hinten, die Bodenfreiheit liegt bei 136 Millimetern. Je nach Variante bringt der 7er ein Leergewicht von rund 2.695 bis 2.845 Kilogramm auf die Waage, das zulässige Gesamtgewicht bewegt sich bis über 3.300 Kilogramm.
Kofferraum und Anhängelast?
Der Kofferraum fasst 500 Liter, die zulässige Anhängelast liegt bei den elektrischen Varianten bei bis zu 2.000 Kilogramm gebremst und 750 Kilogramm ungebremst. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei etwa 0,24 in Kombination mit einer Stirnfläche von rund 2,63 Quadratmetern.
Welche Antriebe stehen im BMW 7er zur Wahl
Die größte technische Vielfalt zeigt sich im Antriebsportfolio, das vom klassischen Reihensechszylinder über Plug in Hybrid Systeme bis hin zu vollelektrischen Varianten reicht.
Im vollelektrischen Bereich startet der BMW i7 xDrive50 mit einer Systemleistung von 335 Kilowatt beziehungsweise 455 PS und einem maximalen Drehmoment von 660 Newtonmetern. An Vorder und Hinterachse arbeiten jeweils stromerregte Synchronmaschinen mit 190 Kilowatt vorne und 230 Kilowatt hinten. Die Energie liefert ein Lithium Ionen Hochvoltspeicher mit 112,5 Kilowattstunden netto, der mit bis zu 250 Kilowatt Gleichstrom geladen werden kann. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert rund 28 Minuten, innerhalb von zehn Minuten lassen sich bis zu 235 Kilometer Reichweite nachladen. Die WLTP Reichweite liegt zwischen 591 und 728 Kilometern, der Verbrauch bewegt sich zwischen 21,8 und 18,1 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Die Beschleunigung von 0 auf 100 kmh gelingt in 5,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 210 kmh limitiert.
Der darüber positionierte BMW i7 xDrive60 liefert 400 Kilowatt beziehungsweise 544 PS und 745 Newtonmeter Drehmoment. Die Batterie bleibt identisch dimensioniert, die Reichweite liegt zwischen 581 und 727 Kilometern, der Verbrauch zwischen 21,9 und 18,2 Kilowattstunden. Die Beschleunigung sinkt auf 4,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit steigt auf 240 kmh.
An der Spitze steht der BMW i7 M70 xDrive mit 500 Kilowatt beziehungsweise 680 PS und bis zu 1.100 Newtonmetern Drehmoment bei aktivierter Launch Control. Die hintere Maschine leistet dabei bis zu 360 Kilowatt und 650 Newtonmeter, vorne bleiben es 190 Kilowatt. Die Batterie liegt bei 112,4 Kilowattstunden netto, die Reichweite beträgt zwischen 566 und 686 Kilometern. Der Sprint auf 100 kmh gelingt in 3,8 Sekunden, nach Rollout sogar in 3,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 kmh. Der Verbrauch bewegt sich zwischen 22,9 und 19,7 Kilowattstunden pro 100 Kilometer.
Wie schlagen sich die Plug-in-Hybride im BMW 7er
Die Plug in Hybrid Varianten setzen auf einen Reihensechszylinder mit 2.998 Kubikzentimetern Hubraum, kombiniert mit einem Elektromotor mit 145 Kilowatt und 197 PS.
Der BMW 750e xDrive erreicht eine Systemleistung von 360 Kilowatt beziehungsweise 489 PS und ein Drehmoment von 700 Newtonmetern. Die rein elektrische Reichweite liegt zwischen 70 und 82 Kilometern nach WLTP, die elektrische Höchstgeschwindigkeit beträgt 140 kmh. Der kombinierte Verbrauch liegt zwischen 6,1 und 5,0 Litern pro 100 Kilometer bei gleichzeitigem Stromverbrauch von 17,7 bis 16,2 Kilowattstunden. Die Beschleunigung von 0 auf 100 kmh gelingt in 4,8 Sekunden. Geladen wird mit bis zu 11 Kilowatt Wechselstrom.
Der BMW M760e xDrive steigert die Systemleistung auf 450 Kilowatt beziehungsweise 612 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment. Die elektrische Reichweite liegt bei 69 bis 80 Kilometern, der Verbrauch zwischen 6,8 und 5,6 Litern sowie 18,2 bis 16,7 Kilowattstunden. Der Sprint auf 100 kmh gelingt in 4,2 Sekunden.
Welche Rolle spielen die klassischen Antriebe
Auch wenn der Fokus klar auf Elektrifizierung liegt, bleiben klassische Antriebe im Programm. Der BMW 740 xDrive nutzt einen Reihensechszylinder mit 2.998 Kubikzentimetern und 48 Volt Mild Hybrid Unterstützung. Die Systemleistung beträgt 294 Kilowatt beziehungsweise 400 PS, das Drehmoment liegt bei 580 Newtonmetern. Die Beschleunigung von 0 auf 100 kmh erfolgt in 5,1 Sekunden, der Verbrauch liegt zwischen 9,3 und 8,3 Litern pro 100 Kilometer.
Der BMW 740d xDrive bringt es auf 230 Kilowatt beziehungsweise 313 PS und ein Drehmoment von 670 Newtonmetern. Der Verbrauch liegt zwischen 7,2 und 6,5 Litern pro 100 Kilometer, die Beschleunigung erfolgt in 5,7 Sekunden. Mitte 2027 wird BMW noch einen Achtzylinder für die 7er-Baureihe nachreichen. Auch der wird dann alle optischen und technischen Merkmale der Neuen Klasse aufweisen.
Neuer BMW 7er Fotos








Was steckt unter dem Blechkleid?
Fahrwerkseitig setzt BMW auf eine Doppelquerlenker Vorderachse und eine Fünflenker Hinterachse jeweils in Aluminium Bauweise. Serienmäßig ist eine adaptive Luftfederung mit automatischer Niveauregulierung und elektronisch geregelten Dämpfern verbaut, optional ergänzt durch aktive Wankstabilisierung.
Die Bremsanlage besteht aus Vierkolben Festsattel Scheibenbremsen vorn und Einkolben Faustsätteln hinten. Unterstützt wird das System durch eine Vielzahl elektronischer Regelsysteme wie DSC, ABS, Dynamische Traktions Control, aktornahe Radschlupfbegrenzung und Bremsassistent.
Die Lenkung arbeitet elektromechanisch mit variabler Übersetzung, optional steht eine Integral Aktivlenkung zur Verfügung. Damit reduziert sich der Wendekreis von 13,1 Metern auf 12,3 Meter, was für ein Fahrzeug dieser Größe ein echter Praxisvorteil ist.
Wie digital und komfortabel ist der Innenraum
Im Innenraum zeigt der 7er seine zweite große Stärke neben dem Antrieb. Das BMW Panoramic iDrive auf Basis des Operating System X bildet die zentrale Steuerung, ergänzt durch einen serienmäßigen Passenger Screen und einen optionalen Theatre Screen mit 8K Auflösung für Streaming und Entertainment.
Dazu kommen Features wie eine Vier Zonen Klimaautomatik, Panorama Glasdach, automatisierte Türen, Executive Lounge Sitze im Fond sowie ein Bowers and Wilkins Soundsystem mit Dolby Atmos Unterstützung.
Bringen wir es auf den Punkt?







Der neue BMW 7er ist technisch gesehen kein einzelnes Fahrzeug mehr, sondern ein komplettes System aus Plattform, Antrieben und digitalen Funktionen. Die Kombination aus bis zu 680 PS im vollelektrischen Topmodell, über 700 Kilometern Reichweite, Plug in Hybrid Technik mit elektrischen Fahranteilen und klassischen Verbrennern zeigt, wie breit BMW die Oberklasse aktuell aufstellt.
Gerade diese Vielfalt ist Stärke und Herausforderung zugleich. Der 7er deckt nahezu jeden Anwendungsfall ab, vom leisen elektrischen Gleiten bis zur leistungsstarken Langstreckenlimousine, bleibt dabei aber immer klar als technologischer Benchmark innerhalb der Marke positioniert.
Die serienmäßigen Komfortsitze sind vorne und hinten vor allem auf Bequemlichkeit ausgelegt. So, wie es in einer Luxuslimousine erwartet wird. Entsprechend ist auch das Platzangebot im Fond. Hier ist auf Wunsch den nochmals verbesserten 31,3 Zoll große Theater Screen. Der klappt auf Knopfdruck auf, bietet glasklare Bilder in einer Auflösung von bis zu 8k und ein Dolby-Atmos-System. Der Kofferraum hingegen ist nach wie vor unpraktisch. Die Radhäuser ragen weit nach innen, der Boden liegt tief und ist zudem nicht glattflächig. Das alles schränkt die Alltagstauglichkeit ein und über die Preise haben wir schon im Video ein paar Worte verloren, die sind natürlich auch eher höher angesiedelt, aber keiner erwartet hier einen 7er zum Kleinwagenpreis, oder?






