XPENG hat den P7+, den G6, den G9 und den X9 im Programm. Was folgt darauf? Natürlich ein L03. Logisch, oder? Die Modellbezeichnungen von XPENG muss man nicht verstehen. Den neuen XPENG L03 sollte man sich aber trotzdem genauer ansehen. Denn das vermeintliche Einstiegsmodell kommt mit bis zu 388 PS, maximal 520 Kilometern Reichweite, bis zu 236 kW Ladeleistung und einem Basispreis von 35.600 Euro nach Deutschland.
Wir haben für euch zehn Fakten zum XPENG L03 zusammengestellt und dabei natürlich auch ein paar kuriose Details gefunden. Ihr wollt es noch ausführlicher? Wie wäre es mit unserer XPENG L03 Sitzprobe?
Fakt 1: Kompakt ist hier relativ
XPENG bezeichnet den L03 als kompaktes SUV-Coupé. Mit einer Länge von 4,65 Metern ist er allerdings ungefähr so kompakt wie ein durchschnittliches deutsches Familienauto. Der XPENG L03 ist 1,92 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Der Radstand beträgt großzügige 2,85 Meter. Für Passagiere dürfte das ein Vorteil sein, in älteren Parkhäusern könnten die 1,92 Meter Breite ohne Außenspiegel allerdings für erhöhten Puls sorgen.
Zum Vergleich: Der L03 ist nur innerhalb der XPENG-Modellfamilie wirklich kompakt. Schließlich stehen mit dem G9 und dem X9 noch deutlich größere Fahrzeuge daneben. Immerhin beträgt der Wendekreis nur 10,5 Meter. Das ist für ein Fahrzeug dieser Größe ordentlich. Die Bodenfreiheit liegt beladen bei 143 Millimetern. Ein Geländewagen wird aus dem SUV-Coupé damit nicht, für Bordsteine und schlechte Zufahrten sollte es aber reichen.
Fakt 2: Das Basismodell hat bereits 245 PS
Der günstigste XPENG L03 kostet ab 35.600 Euro. Dafür gibt es den RWD Standard Range mit Heckantrieb, 180 kW beziehungsweise 245 PS und einem maximalen Drehmoment von 264 Newtonmetern. Die LFP-Batterie besitzt eine Bruttokapazität von 58,3 kWh. Der L03 beschleunigt damit in 7,5 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht maximal 180 km/h. Die vorläufige WLTP-Reichweite beträgt bis zu 445 Kilometer. XPENG gibt einen kombinierten Verbrauch von 15,3 kWh je 100 Kilometer an. 245 PS, Heckantrieb und 445 Kilometer Reichweite als Einstiegsversion sind zumindest auf dem Papier eine ziemlich ordentliche Ansage.
Fakt 3: Der Long Range könnte die vernünftigste Version sein
Besonders interessant erscheint der XPENG L03 RWD Long Range. Er kostet ab 38.600 Euro und damit lediglich 3.000 Euro mehr als das Basismodell. Die Motorleistung bleibt bei 180 kW beziehungsweise 245 PS. Auch das maximale Drehmoment beträgt weiterhin 264 Newtonmeter. Dafür wächst die Batterie von 58,3 auf 71,2 kWh. Die vorläufige WLTP-Reichweite steigt dadurch von 445 auf 520 Kilometer. Gleichzeitig verbessert sich die Beschleunigung von null auf 100 km/h von 7,5 auf 6,6 Sekunden. Der kombinierte Verbrauch soll bei 16,0 kWh je 100 Kilometer liegen. Für 3.000 Euro Aufpreis gibt es also mehr Batterie, mehr Reichweite, eine höhere Ladeleistung und sogar bessere Fahrleistungen.
Der Long Range könnte deshalb die Version werden, die am Ende für die meisten Kunden den besten Kompromiss bietet.
Fakt 4: Allradantrieb und 388 PS gibt es ab 41.600 Euro
Wem 245 PS nicht ausreichen, der kann zum XPENG L03 AWD Performance greifen. Zwei Elektromotoren liefern zusammen 285 kW beziehungsweise 388 PS und ein maximales Drehmoment von 431 Newtonmetern. Damit beschleunigt der L03 in 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt bei 180 km/h begrenzt. Die Batterie besitzt ebenfalls eine Bruttokapazität von 71,2 kWh. Durch die höhere Leistung, den zusätzlichen Elektromotor und das höhere Fahrzeuggewicht sinkt die vorläufige Reichweite auf 440 Kilometer. Der kombinierte Verbrauch steigt auf 18,4 kWh je 100 Kilometer.
Der Preis beginnt bei 41.600 Euro. Für weitere 5.000 Euro gibt es den AWD Performance Ultra. Der wird allerdings weder schneller noch stärker. Auch die Reichweite bleibt mit 440 Kilometern identisch.
Bezahlt werden beim Ultra vor allem zusätzliche Ausstattung, Massagesitze, ein größeres Soundsystem, 20-Zoll-Räder und aufwendigere Assistenztechnik.
Fakt 5: 236 kW trotz 400-Volt-Technik
Der XPENG L03 nutzt keine 800-Volt-Architektur, sondern ein klassisches 400-Volt-System.
Das klingt im ersten Moment weniger spektakulär. Die Ladeleistung kann sich trotzdem sehen lassen.
Der Standard Range lädt mit maximal 193 kW. Die Modelle mit der größeren 71,2-kWh-Batterie sollen sogar bis zu 236 kW erreichen. XPENG nennt für alle Versionen eine Ladezeit von 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Von 20 auf 80 Prozent sollen sogar 18 Minuten ausreichen. Damit zeigt XPENG zumindest auf dem Papier, dass 400-Volt-Technik nicht automatisch langsam sein muss. Entscheidend ist allerdings nicht nur der kurze Spitzenwert, sondern die komplette Ladekurve.
Ob der L03 die 236 kW lange halten kann und wie er sich bei niedrigen Temperaturen schlägt, muss ein späterer Ladetest zeigen. An einer Wechselstrom-Wallbox laden alle Versionen mit maximal 11 kW. Der Standard Range benötigt von fünf auf 100 Prozent rund 6,8 Stunden. Bei den Modellen mit der größeren Batterie sind es laut Hersteller 8,3 Stunden.
Bevor wir weitermachen mit den Fakten, gibt es nun erst einmal Meinung, nämlich von unserem Olli direkt im Video:
Fakt 6: Ein Benziner soll bis zu 1.000 Kilometer ermöglichen
Neben den rein elektrischen Varianten plant XPENG auch einen L03 mit Range Extender. Dabei treibt der Verbrennungsmotor die Räder nicht direkt an. Der 1,5-Liter-Benziner arbeitet ausschließlich als Generator und erzeugt Strom für den elektrischen Antrieb. Die LFP-Batterie soll eine Kapazität von 37,25 kWh besitzen. Rein elektrisch stellt XPENG eine Reichweite von mehr als 200 Kilometern in Aussicht. Mit vollgeladenem Akku und vollem Kraftstofftank sollen insgesamt bis zu 1.000 Kilometer nach WLTP möglich sein. Der Preis soll ebenfalls bei 38.600 Euro beginnen. Damit kostet der Range Extender genauso viel wie der rein elektrische Long Range.
Fakt 7: Der Frunk ist teilweise größer als erwartet
Der reguläre Kofferraum des XPENG L03 fasst 367 Liter. Das ist für ein 4,65 Meter langes Fahrzeug eher überschaubar. Dafür bekommen die beiden Hecktriebler einen erstaunlich großen Frunk unter der vorderen Haube. Dieser fasst 89 Liter. Dort lassen sich Ladekabel, Taschen oder kleinere Einkäufe verstauen.
Bei den Allradversionen schrumpft der Frunk durch den zusätzlichen vorderen Elektromotor auf 44 Liter. Das ist immer noch brauchbar, aber eben nur halb so viel. Die Rücksitzlehnen lassen sich im Verhältnis 40 zu 20 zu 40 umlegen. Zusätzlich befindet sich unter der Rücksitzbank eine Schublade.
Fakt 8: Eine Anhängerkupplung gibt es auch!
Der XPENG L03 darf ungebremste Anhänger mit bis zu 750 Kilogramm ziehen. Gebremst sind bis zu 1.500 Kilogramm erlaubt. Die Dachlast beträgt 75 Kilogramm. Damit eignet sich der L03 grundsätzlich auch für Dachboxen, Fahrradträger oder kleinere Wohnwagen. Eine Anhängerkupplung kostet 990 Euro.
Fakt 9: Drei Bildschirme und Lautsprecher in der Kopfstütze
Im Innenraum setzt XPENG auf drei Anzeigeebenen. Hinter dem Lenkrad sitzt ein 8,9 Zoll großes Fahrerdisplay. Der zentrale Touchscreen misst 15,6 Zoll. Zusätzlich gibt es ein 26,8 Zoll großes Head-up-Display. Apple CarPlay, Android Auto, Google Play, DAB-Radio, Online-Navigation und Over-the-Air-Updates gehören zum Funktionsumfang. Die normalen Versionen besitzen neun reguläre Lautsprecher und zwei weitere Lautsprecher in der Kopfstütze des Fahrers. Der Ultra erhält ein Soundsystem mit insgesamt 18 Lautsprechern und einer aktiven Unterdrückung von Fahrgeräuschen.
Fakt 10: Viel Ausstattung, aber nicht alles ist perfekt
Bereits die Basisversion bringt eine ungewöhnlich umfangreiche Serienausstattung mit. Dazu gehören elektrisch einstellbare Vordersitze mit Memory-Funktion, Sitzheizung, Sitzbelüftung und vierfach verstellbarer Lendenwirbelstütze. Auch das Lenkrad ist beheizbar. Hinzu kommen ein Panoramaglasdach, eine elektrische Heckklappe, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Luftausströmer im Fond, Wärmepumpe, PM2.5-Filter, 360-Grad-Kamera, automatischer Parkassistent und eine Vehicle-to-Load-Funktion. Über V2L können beispielsweise E-Bikes, Werkzeuge oder Campinggeräte mit Strom aus der Hochvoltbatterie versorgt werden.
Für Smartphones gibt es leider nur eine belüftete induktive Ladeschale mit bis zu 50 Watt. Das große Glasdach besitzt offenbar keine klassische Verdunklung. Die Luftausströmer werden über den Bildschirm eingestellt und der Beifahrersitz lässt sich anscheinend nicht in der Höhe verstellen. Die Assistenzsysteme umfassen unter anderem eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurzentrierung, Verkehrszeichenerkennung, Notbremsassistent, Totwinkelwarner, Querverkehrswarner sowie einen Türöffnenwarner.
XPENG L03 einfach elektrisch Sitzprobe
Der XPENG L03 ist vielleicht nicht das Auto mit dem logischsten Namen, könnte aber eines der wichtigsten XPENG-Modelle für den deutschen Markt werden. Schon das Basismodell bietet 245 PS, Heckantrieb, bis zu 445 Kilometer Reichweite und eine umfangreiche Serienausstattung für 35.600 Euro. Besonders attraktiv wirkt der Long Range. Für 38.600 Euro gibt es eine 71,2-kWh-Batterie, bis zu 520 Kilometer Reichweite, 236 kW Ladeleistung und eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in 6,6 Sekunden. Kritik gibt es für den relativ kleinen 367-Liter-Kofferraum, die stattliche Breite, das Glasdach ohne Verdunklung und einige unnötig komplizierte Bedienlösungen. Auf dem Papier ist der XPENG L03 aber deutlich näher am Preis-Leistungs-Kracher als an einem Blender.






