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Denza Z9 GT: Angriff auf die elektrische Oberklasse

Der erste Kontakt mit dem Denza Z9 GT ist kein lauter, kein demonstrativer. Pures Understatement, so wie es die Hansestadt Hamburg von jeher zelebriert, hier testen wir den wohl aufregendsten Chinesen auf vier Rädern. Dieser elektrische Shooting Brake wirkt wie ein bewusst gesetzter Gegenentwurf zur oft überinszenierten Premiumwelt. Klare Linien, eine gestreckte Silhouette, dazu Proportionen, die eher an klassische Gran Turismo erinnern als an ein technologiegetriebenes Statement. Doch der eigentliche Anspruch dieses Fahrzeugs erschließt sich erst jenseits der reinen Form, auf der Straße. Die Preisliste startet hier ab 115.000 Euro 

Ein Fahrbericht von Wolfgang Wieland

Schon beim Anfahren wird deutlich, dass hier nicht nur Leistung im Überfluss vorhanden ist, sondern auch die Fähigkeit, sie kultiviert zu dosieren. Im Fall der vollelektrischen Variante sprechen wir über eine Systemleistung von 850 kW (1156 PS), verteilt auf drei Elektromotoren. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in 2,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 270 km/h. Zahlen, die sich eher im Umfeld ausgewiesener Supersportwagen verorten lassen, und die dennoch im Alltag erstaunlich unaufgeregt wirken.

Denza Z9 GT Fotos

Denn genau hier liegt die Stärke des Z9 GT, in der Souveränität. Die Kraftentfaltung erfolgt linear, nahezu geräuschlos und ohne die bei vielen Hochleistungs-Elektrofahrzeugen spürbare Nervosität. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die e3-Plattform, die neben dem Dreimotoren-Antrieb auch eine aktive Hinterachslenkung sowie eine zentrale Steuerung der Fahrzeugbewegungen integriert. Das Ergebnis ist ein Fahrzeug, das trotz seiner Länge von über 5,18 Metern erstaunlich handlich wirkt, mit einem Wendekreis von lediglich 5,35 Metern.

10 Fakten über den Denza Z9 GT EV

Auf der Landstraße zeigt sich die fahrdynamische Abstimmung von ihrer besten Seite. Die Kombination aus Doppelquerlenker-Vorderachse, Fünflenker-Hinterachse und der DiSus-A-Zweikammer-Luftfederung sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Komfort und Präzision. Unebenheiten werden sauber gefiltert, während in schnell gefahrenen Kurven ausreichend Rückmeldung erhalten bleibt. Der Z9 GT sucht nicht die letzte sportliche Zuspitzung, aber er beherrscht sie, wenn man sie abruft.

Bemerkenswert ist auch die Batterietechnologie. Die zweite Generation der sogenannten Blade-Batterie kommt im Z9GT EV auf eine Kapazität von 122,49 kWh und ermöglicht eine WLTP-Reichweite von rund 600 Kilometern. Entscheidend ist jedoch weniger die absolute Reichweite als vielmehr die Ladefähigkeit: Mit dem sogenannten Flash-Charging sind Ladeleistungen von bis zu 1500 kW möglich. Unter optimalen Bedingungen lädt der Akku in nur neun Minuten von 10 auf 97 Prozent, selbst bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad Celsius soll das System erstaunlich leistungsfähig bleiben.

Alternativ bietet Denza den Z9 GT auch als Plug-in-Hybrid an, der ab Oktober für 101.000 Euro zu haben sein wird. In dieser DM-Variante kombiniert das Fahrzeug drei Elektromotoren mit einem 2,0-Liter-Turbobenziner, erreicht eine Systemleistung von 570 kW (776 PS) und beschleunigt in 3,6 Sekunden auf 100 km/h. Die rein elektrische Reichweite liegt bei rund 203 Kilometern, die Gesamtreichweite bei bis zu 805 Kilometern. Damit adressiert das Konzept vor allem jene Nutzer, die maximale Flexibilität im Langstreckenbetrieb erwarten.

Im Innenraum setzt sich der Anspruch konsequent fort. Hochwertige Materialien, großzügige Platzverhältnisse und eine durchdachte Bedienarchitektur treffen auf ein umfassendes digitales Ökosystem mit großformatigen Displays und KI-gestützter Assistenz. Besonders hervorzuheben ist das Devialet-Soundsystem mit 20 Lautsprechern und Dolby Atmos, das tatsächlich eine außergewöhnliche Klangkulisse erzeugt.

Denza Z9 GT EV Fahrbericht

Der Denza Z9 GT ist damit weniger ein klassischer Newcomer als vielmehr ein technologisches Statement mit bemerkenswerter Reife. Er verzichtet auf Effekthascherei und setzt stattdessen auf Substanz, technisch wie fahrdynamisch. Genau das macht ihn in einem zunehmend überladenen Premiumsegment zu einer ernstzunehmenden Alternative.

Ihr mögt es noch ausführlicher? Dann empfehlen wir euch den Denza Z9 GT Test Artikel drüben auf einfachelektrisch.net!

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