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Geely E2: Günstiger Stromer mit beachtlicher Reichweite

Geely E2 Fahrbericht

Vier Meter vierzehn, 19.990 Euro, 345 Kilometer Reichweite, auf dem Papier klingt der Geely E2 nach einem Angebot, das man, mafiamäßig gesehen, kaum ablehnen kann. Doch Zahlen allein machen noch kein gutes Auto. Deshalb haben wir den kleinen Chinesen rund um den Münchner Flughafen gefahren, über die Landstraße Richtung Menterschwaige gejagt und uns sogar auf die Autobahn gewagt. Das Ergebnis überrascht, in jegliche Richtung.

Ein Fahrbericht von Wolfgang Wieland

Schon beim ersten Einsteigen fällt auf, der E2 wirkt größer, als er in Wirklichkeit ist. Die GEA-Plattform von Geely ermöglicht einen Radstand von 2,65 Metern, was sich im Innenraum bemerkbar macht. Vorn sitzt man bequem, die Sitze sind überraschend gut geformt, das Kunstleder fühlt sich hochwertig an, aber dank der Außentemperatur von knapp 30 Grad Celsius werden die vier Buchstaben und der Rücken schnell feucht. Und hinten in Reihe Zwo wird’s eng? Von wegen. Zwei Erwachsene finden hier auch auf längeren Strecken ausreichend Platz, was man von einem Citroën ë-C3 oder einem Hyundai Inster nicht wirklich behaupten kann.

Geely E2 Kofferraum

Der Kofferraum schluckt 375 Liter, plus 70 Liter Frunk, mehr als genug für den Wocheneinkauf.
Unter dem Blechkleid stecken zwei Varianten: Die Basis mit 35-kWh-Batterie und 82 PS reicht für 252 Kilometer, das größere Modell mit 47 kWh und 116 PS schafft 345 Kilometer nach WLTP. Im Test verbrauchte der E2 bei gemischter Fahrt rund 14 kWh pro 100 Kilometer, beim Max-Tempo 130 auf der Autobahn stieg der Wert auf knapp 19 kWh. Die reale Reichweite liegt damit rechnerisch bei etwa 250 Kilometern, immer noch solide für diese Klasse.

Geely E2 Fahrbericht

Fahrerisch zeigt sich der E2 als typischer Stadtflitzer. Die Lenkung ist leicht, aber nicht schwammig, das Fahrwerk komfortabel abgestimmt. In Kurven neigt er zwar zu etwas mehr Wankbewegung als ein Renault 5 E-Tech, doch wer ihn nicht als Sportwagen missbraucht, wird zufrieden sein. Der 116-PS-Motor beschleunigt in 11,5 Sekunden auf 100 km/h, ausreichend für den Alltag. Die Höchstgeschwindigkeit ist, wie oben bereits angedeutet, auf 130 km/h begrenzt, was auf der Autobahn schnell zur Geduldsprobe wird.

Geely E2 Innenraum

Auch die Technik im Innenraum überzeugt. Ein 14,6-Zoll-Touchscreen dominiert das Dashboard, darunter ein 8,8-Zoll-Instrumentencluster. Apple CarPlay und Android Auto sind wireless verfügbar, die Bedienung ist intuitiv. Physische Tasten für Klima und Lautstärke sucht man vergebens, ein kleiner Kritikpunkt sei an dieser Stelle erlaubt. Die Verarbeitung wirkt durchweg solide, keine klappernden Teile, bis auf die traditionell scheppernden Gurtschlösser, wenn sie denn nicht genutzt werden.

Geely E2 Ladeleistung

Beim Laden zeigt sich der E2 von seiner praktischen Seite: 80 kW DC sind für diese Klasse ordentlich, in 26 Minuten soll der Akku von 10 auf 80 Prozent geladen sein. Zu Hause dauert eine Vollladung an der 7-kW-Wallbox etwa sechseinhalb Stunden. Acht Jahre Garantie auf die Batterie unterstreichen das Vertrauen des Herstellers.

Noch mehr Kritik? Die Seitenwindempfindlichkeit bei Tempo 130 ist spürbar, die Bremsen könnten direkter ansprechen, und die Geräuschdämmung auf der Autobahn lässt Wünsche offen. Doch wer den E2 hauptsächlich in der Stadt und auf Landstraßen bewegt, wird diese Schwächen kaum bemerken.

Geely E2 Fakten

Fazit: Der Geely E2 ist kein Auto, das durch Fahrdynamik oder Emotionen begeistert. Doch er erfüllt seinen Zweck hervorragend. Er bringt Menschen günstig, zuverlässig und emissionsfrei von A nach B. Für Pendler, Stadtbewohner und alle, die ein unkompliziertes Elektroauto suchen, ist der E2 eine ernsthafte Alternative. Ob er den kommenden VW ID. Up oder den Renault 5 E-Tech das Wasser abgraben kann, wird sich zeigen. Eines ist aber sicher, Geely hat mit dem E2 den Preisdruck im Segment der kleinen Elektroautos deutlich erhöht.

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