Der Opel Corsa bekommt eine neue sportliche Speerspitze. Mit dem Opel Corsa GSE überträgt Opel die Idee der früheren GSI- und OPC-Modelle endgültig in die elektrische Gegenwart. Dabei beschränkt sich der Hersteller nicht darauf, dem bekannten Elektro-Corsa einfach einen stärkeren Motor zu spendieren. 281 PS, ein Sperrdifferenzial, ein spezielles Sportfahrwerk, eine Vierkolben-Bremsanlage und echte Performance-Reifen zeigen, dass der GSE zumindest technisch deutlich mehr sein möchte als eine sportliche Ausstattungslinie. Genau deshalb haben wir die wichtigsten Informationen in zehn Fakten zusammengefasst.
Wer noch tiefer einsteigen möchte, findet auf unserer Hauptseite einfach elektrisch zusätzlich den ausführlichen Fahrbericht zum Opel Corsa GSE mit Innenraumcheck, Fahreindrücken, Verbrauch, Beschleunigung, Bremsversuch und der Fahrt auf dem Track. Dort haben wir unser Fazit ziemlich eindeutig formuliert: „Opel hat einen Corsa gebaut, bei dem die Performance nicht an der ersten Geraden endet.“
Fakt 1: Der Opel Corsa GSE leistet 281 PS
Beim Kürzel GSE macht Opel zumindest bei der Leistung keine halben Sachen. Der Elektromotor des Opel Corsa GSE leistet 207 kW beziehungsweise 281 PS und liefert 345 Newtonmeter Drehmoment. Damit ist der elektrische Kleinwagen der stärkste Serien-Corsa, den Opel bislang gebaut hat. Interessant ist außerdem, dass der kleine Corsa damit leistungsmäßig auf Augenhöhe mit dem größeren Mokka GSE liegt.
GSE steht mittlerweile für Grand Sport Elektrik. Opel führt damit eine sportliche Tradition fort, die früher vor allem mit den Kürzeln GSI und OPC verbunden war, übersetzt sie aber auf einen batterieelektrischen Antrieb.




Fakt 2: In 5,5 Sekunden soll der Opel Corsa GSE Tempo 100 erreichen
281 PS in einem Kleinwagen sorgen erwartungsgemäß für ordentliche Beschleunigungswerte. Nach Opel-Angaben benötigt der Corsa GSE lediglich 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und soll damit schneller beschleunigen als jedes andere aktuelle Serienmodell der Marke.
Bei der Höchstgeschwindigkeit wird die Euphorie allerdings elektronisch eingebremst. Mehr als 180 km/h sind nicht vorgesehen. Der Corsa GSE ist damit weniger auf maximale Autobahngeschwindigkeit und stärker auf Beschleunigung und Fahrdynamik ausgelegt.
Im ausführlichen Fahrbericht bei einfach elektrisch hatten wir deshalb bereits festgehalten: „Ein guter Sportler entsteht daraus aber erst, wenn auch die nächste Kurve Spaß macht.“
Und genau für diese nächste Kurve hat Opel erheblich mehr verändert als nur die Motorleistung.
Fakt 3: Die Fahrprogramme verändern tatsächlich die Leistung
Sport, Normal und Eco sind beim Opel Corsa GSE nicht nur unterschiedliche Farben im Display. Je nach Fahrmodus verändert sich die tatsächlich verfügbare Leistung.
Im Sportmodus stehen die vollständigen 281 PS und 345 Newtonmeter bereit. Im Normalmodus werden noch 231 PS freigegeben, während das maximale Drehmoment von 345 Newtonmetern erhalten bleibt. Im Eco-Modus reduziert die Elektronik die Leistung auf 190 PS und das Drehmoment auf 300 Newtonmeter. Gleichzeitig sinkt die maximale Geschwindigkeit dort von 180 auf 150 km/h.
Damit kann der Charakter des Fahrzeugs zumindest beim Antrieb deutlich verändert werden. Für den Alltag muss schließlich nicht permanent die maximale Leistung zur Verfügung stehen, während im Sportmodus das gesamte Potenzial abgerufen werden kann.
Fakt 4: Der Opel Corsa GSE bekommt ein echtes Sperrdifferenzial
Dieser Punkt ist für uns fast wichtiger als die reine Leistung. Denn der Corsa GSE bleibt trotz seiner 281 PS ein Fronttriebler. Beide Vorderräder müssen also gleichzeitig lenken und die komplette Antriebskraft auf die Straße übertragen.
Damit beim kräftigen Herausbeschleunigen aus einer Kurve nicht einfach ein entlastetes Vorderrad um Traktion kämpft, bekommt der Corsa GSE ein Torsen-Lamellensperrdifferenzial.
Ein Differential ermöglicht grundsätzlich, dass sich das kurvenäußere und das kurveninnere Rad mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten drehen können. Eine zusätzliche Sperrwirkung hilft jedoch dabei, die Antriebskraft stärker an das Rad zu übertragen, das noch ausreichend Grip besitzt. Gerade bei 345 Newtonmetern an einer angetriebenen Vorderachse ist das keine technische Spielerei, sondern ein entscheidender Bestandteil des Fahrdynamik-Konzepts.
Fakt 5: Fahrwerk, Bremsen und Reifen sind ernst gemeint
Ein paar zusätzliche Pferdestärken machen aus einem normalen Elektro-Corsa noch keinen Hot Hatch. Deshalb bekommt der Opel Corsa GSE ein tiefergelegtes Sportfahrwerk mit speziell abgestimmten Achsen, Stabilisatoren und Hydrostoßdämpfern. Auch Lenkung und Pedalkennlinie wurden angepasst.
Ein Stabilisator reduziert vereinfacht ausgedrückt die Seitenneigung der Karosserie bei schneller Kurvenfahrt. Die Dämpfer kontrollieren wiederum die Bewegungen von Rädern und Karosserie. Je besser diese Komponenten aufeinander abgestimmt sind, desto präziser kann sich das Fahrzeug bei schnellen Richtungswechseln anfühlen.
Bei unserer Fahrt fiel vor allem die direkte Lenkung auf. Dazu kommen geringe Wank- und Nickbewegungen, ein straffes Fahrwerk und Sportsitze mit kräftigem Seitenhalt. Genau hier wird deutlich, warum wir beim ausführlichen Test auf einfach elektrisch eben nicht nur über die 281 PS gesprochen haben.
Fakt 6: Alcon-Bremse und Michelin Pilot Sport 4S
Wer schnell beschleunigen kann, sollte mindestens genauso überzeugend wieder langsamer werden. Deshalb sitzt hinter den 18-Zoll-Rädern eine Vierkolben-Performance-Bremsanlage. Als Lieferant der auffälligen gelben Bremssättel nennt Opel Alcon.
Vierkolben bedeutet, dass vier Bremskolben die Bremsbeläge an die Bremsscheibe drücken. Solche Konstruktionen werden vor allem dann interessant, wenn eine Bremsanlage nicht nur eine einzelne starke Verzögerung liefern, sondern auch wiederholte hohe Belastungen verkraften soll.
Auch bei der Bereifung geht Opel einen auffällig sportlichen Weg. Serienmäßig kommen Michelin Pilot Sport 4S im Format 215/40 R18 zum Einsatz. Das ist kein typischer Reifen, der in erster Linie möglichst wenig Rollwiderstand erzeugen soll, sondern ein klar auf Grip und Fahrdynamik ausgelegter Performance-Reifen.
Das ist eines der Details, das den Corsa GSE für uns besonders interessant macht. Große Leistungszahlen lassen sich hervorragend in Prospekte schreiben. Ein hochwertiger Sportreifen kostet dagegen Reichweite und Geld, bringt auf einer kurvigen Straße aber genau die Eigenschaft, auf die es bei einem solchen Auto ankommt: Haftung.
Fakt 7: 54-kWh-Batterie, aber spezielles Thermomanagement
Während Opel bei Motor und Fahrwerk ordentlich nachlegt, bleibt die Batterie grundsätzlich bekannt. Verbaut wird ein Lithium-Akku mit 54 kWh Bruttokapazität, von denen 51 kWh tatsächlich nutzbar sind.
Brutto beschreibt die gesamte Kapazität der Batterie, netto den Bereich, den das Fahrzeug tatsächlich zum Fahren freigibt. Ein Teil des Akkus wird bewusst nicht genutzt, damit die Batterie nicht permanent bis an ihre chemischen Grenzen geladen beziehungsweise entladen wird.
Interessanter ist beim GSE deshalb das angepasste Thermomanagement. Darunter versteht man die Temperaturregelung von Batterie, Elektromotor und Leistungselektronik. Gerade bei wiederholter starker Beschleunigung entsteht Wärme. Wird eine Batterie zu heiß, muss das Fahrzeug zum Schutz der Komponenten die Leistung reduzieren.
Opel hat das Temperaturmanagement deshalb ausdrücklich auf die höheren Dauerbelastungen des GSE abgestimmt. Der Elektro-Corsa soll seine Leistung also nicht nur einmal für einen spektakulären Ampelstart liefern können.
Fakt 8: Beim Laden bleibt der Opel Corsa GSE konservativ
Einen Sprung auf 800-Volt-Technik oder extrem hohe Ladeleistungen gibt es beim Opel Corsa GSE nicht. An einer AC-Ladestation beziehungsweise Wallbox kann dreiphasig mit maximal 11 kW geladen werden. Beim DC-Schnellladen sind maximal 100 kW vorgesehen. AC steht für Wechselstrom. Dabei übernimmt der im Fahrzeug verbaute Onboard-Charger die Umwandlung in den Gleichstrom, den die Batterie benötigt. Beim DC-Schnellladen wird dieser Schritt außerhalb des Fahrzeugs erledigt und der Gleichstrom direkt in die Hochvoltbatterie eingespeist.
Der angegebene WLTP-Verbrauch liegt zwischen 15,7 und 16,2 kWh pro 100 Kilometer. Gerade bei einem Performance-Modell darf man die 100 kW durchaus kritisch betrachten. Wer die vorhandenen 281 PS regelmäßig nutzt, verbraucht entsprechend mehr Energie. Schnelleres Nachladen würde daher durchaus zum Charakter des GSE passen.
Fakt 9: Sportsitze, Performance-Anzeigen und sogar V2L
Auch innen unterscheidet sich der Opel Corsa GSE vom normalen Modell. Die Performance-Sitze sind mit Alcantara bezogen, besitzen integrierte Kopfstützen und tragen das GSE-Logo. Dazu kommen gelbe Sicherheitsgurte, schwarz-grau-gelbe Stoffeinsätze mit Karomuster sowie sportliche Details an Lenkrad, Türen und Pedalen.
Auf dem zentralen 10-Zoll-Touchscreen können zudem spezielle GSE-Daten angezeigt werden. Dazu zählen G-Kräfte, Beschleunigungswerte und Informationen zum Batteriemanagement. G-Kräfte beschreiben die auf Fahrzeug und Insassen wirkenden Beschleunigungen, beispielsweise beim starken Bremsen oder bei schneller Kurvenfahrt.
Trotz Performance-Anspruch bleiben typische Alltagsfunktionen erhalten. Im Material werden unter anderem Sitz- und Lenkradheizung, Navigation, 180-Grad-Rückfahrkamera, adaptiver Tempomat und Keyless Entry genannt.
Fast schon kurios ist die Vehicle-to-Load-Funktion, kurz V2L. Über einen zusätzlichen Adapter kann die Hochvoltbatterie externe elektrische Verbraucher mit Energie versorgen. Opel nennt beispielsweise ein E-Bike oder sogar einen Elektrogrill. Der Corsa GSE kann damit theoretisch erst über eine kurvige Landstraße gejagt werden und anschließend auf dem Campingplatz das Abendessen mit Strom versorgen.
Fakt 10: Der Opel Corsa GSE startet bei 39.990 Euro
Preislich startet der Opel Corsa GSE laut den vorliegenden Informationen bei 39.990 Euro. Wer eine Sonderfarbe möchte, muss abhängig von der gewählten Lackierung zwischen 450 und 750 Euro zusätzlich einkalkulieren. Die IntelliLux-Matrix-LED-Scheinwerfer kosten weitere 750 Euro.
Damit erreicht der Corsa endgültig eine Preisregion, in der die Kaufentscheidung kaum noch allein über Fahrzeuggröße und nüchterne Vernunft getroffen wird. Der GSE verkauft sich vielmehr über seine Kombination aus Kleinwagenformat, hoher Leistung und umfangreichen Fahrwerksänderungen. Genau deshalb lohnt sich für uns auch der Blick über den reinen Listenpreis hinaus. Leasing- und Finanzierungskonditionen können die tatsächliche monatliche Belastung erheblich verändern.
Hier ist der ausführliche Fahrbericht vom Opel Corsa GSE:





