Der Zeekr 7GT ist genau die Art von Elektroauto, die im Kopf bleibt. Kein hochbeiniges SUV, kein nüchterner Vernunftkauf, sondern ein klar gezeichneter Grand Tourer mit echter fahrerischer Ambition. Mit bis zu 646 PS, 710 Newtonmeter Drehmoment, 800-Volt-Architektur und einer WLTP-Reichweite von bis zu 655 Kilometern bringt der Grand Tourer genau jene Mischung mit, die in dieser Klasse zählt: Tempo, Reichweite, Ladeleistung und ein eigenständiges technisches Profil. Vor allem aber tritt der 7GT nicht als rollende Studie auf, sondern als bereits erstaunlich ausgereiftes Serienmodell.
Ein Fahrbericht von Wolfgang Wieland
Schon im Stand sendet der Zeekr die richtige Botschaft. Die flache GT-Silhouette, der kurze vordere Überhang, die nur 1,46 Meter geringe Höhe und der 2,90 Meter lange Radstand verleihen dem Wagen eine gestreckte, fast klassische Grand-Tourer-Proportion. Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,25 zeigt sich, dass Form hier nicht nur Show ist. Die Linienführung ist sauber, die Flächen sind ruhig, und der hohe Qualitätsanspruch zieht sich bis zu den rahmenlosen Türen und den bündig integrierten Sensoren durch. Das Ergebnis wirkt weniger verspielt als viele neue Stromer, dafür deutlich erwachsener.
Auf der Straße punktet der 7GT genau dort, wo viele Elektroautos trotz starker Datenblätter enttäuschen: Bei der Abstimmung. Zeekr setzt auf eine 50:50-Gewichtsverteilung, eine Doppelquerlenker-Vorderachse in Short-Long-Arm-Ausführung und eine Fünflenker-Hinterachse. Dazu kommt eine aktive Luftfederung mit kontinuierlicher Dämpferregelung, die sich bei höherem Tempo um 20 Millimeter absenkt. In Kombination mit dem nur 11,6 Meter messenden Wendekreis und der direkt ausgelegten elektrischen Servolenkung dürfte der 7GT nicht nur schnell, sondern auch präzise und handlich wirken. Genau das ist in dieser Fahrzeugklasse der Unterschied zwischen guter Technik und wirklich überzeugendem Fahrgefühl. Nur bei aggressiver Beschleunigung bekommt man ein unsicheres Gefühl. Die Front wirkt leicht, man hat kurz die Sorge, dass die Vorderräder den Kontakt zum Asphalt verlieren. Da haben die deutschen Premium-Hersteller noch ganz klar die Nase vorn.
Zeekr 7GT Fotos







Die Topversion Privilege AWD liefert, wie eingangs erwähnt, 646 PS/475 kW und 710 Newtonmeter maximales Drehmoment, sprintet in 3,3 Sekunden auf 100 km/h und läuft bis 210 km/h. Das sind klare Ansagen, aber sie werden durch zwei weitere Varianten sinnvoll ergänzt. Wer Reichweite priorisiert, bekommt den Long Range RWD mit 100-kWh-Batterie und bis zu 655 Kilometern WLTP. Wer den Einstieg sucht, kann zur Business Edition RWD mit 75-kWh-LFP-Akku und 519 Kilometern Reichweite greifen. Gerade diese Staffelung macht das Modell glaubwürdiger: Zeekr will nicht nur mit der stärksten Version beeindrucken, sondern mit einem in sich schlüssigen Portfolio auftreten.
Auch beim Laden setzt der 7GT ein Ausrufezeichen. Unter optimalen Bedingungen sollen bis zu 420 kW mit der NMC-Batterie und bis zu 450 kW mit der LFP-Variante möglich sein. Für den Alltag ebenso wichtig: bis zu 22 kW AC. Wer elektrisch unterwegs ist, bekommt hier also nicht nur Reichweite, sondern auch Tempo beim Nachladen. Das ist in der Praxis oft mehr wert als jeder weitere PS-Wert.
Im Innenraum verfolgt Zeekr einen Ansatz, der klar auf Fahrerorientierung und Substanz zielt. Das Cockpit wird vom 15-Zoll-OLED-Zentraldisplay, einem 13-Zoll-Digitalinstrument und einem 35,5-Zoll-AR-Head-up-Display geprägt. Hinzu kommen physische Bedienelemente, 12-fach elektrisch verstellbare Vordersitze mit Massage, Belüftung und Heizung sowie ein Fond mit 953 Millimetern Beinfreiheit. Der Kofferraum fasst 456 Liter, ergänzt um 65 Liter im Frunk. Das ist nicht spektakulär, aber vernünftig, und genau darin liegt ein Teil der Stärke des Konzepts.
Zeekr 7GT Review
Unterm Strich wirkt der Zeekr 7GT wie ein überraschend reifes Angebot. Er kombiniert hohe Leistung, starke Ladewerte, viel Reichweite und eine klare Fahrorientierung mit ernstzunehmender Verarbeitung und eigenständigem Design. Für 47.990 Euro in der Business Edition RWD setzt er damit ein ziemlich deutliches Ausrufezeichen im elektrischen Premium-GT-Segment.






